Kurz gesagt
Wer heute von Gas auf eine Wärmepumpe umsteigt, senkt langfristig die Heizkosten deutlich – und die Erdwärmepumpe ist dabei die günstigste Variante. Über 20 Jahre kostet die Erdwärmeheizung im Einfamilienhaus rund 67.900 €, eine neue Gasheizung dagegen rund 92.700 €. Im Mehrfamilienhaus sind die Kosten gegenüber Gas nahezu halbiert.
Datengrundlage: Prognos AG, „Wirtschaftlichkeit geothermischer Wärmepumpen“ – Kurzanalyse im Auftrag des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP), Stand April 2026. Zur Studie (PDF). Werte für ein unsaniertes Einfamilienhaus (150 m²) bzw. Mehrfamilienhaus (8 Wohneinheiten), annuisierte Gesamtkosten inkl. Förderung.
Gesamtkosten über 20 Jahre (bis 2045)
Verglichen werden die annuisierten Gesamtkosten aus Anschaffung, Wartung und Energie – inklusive Förderung:
| Gesamtkosten über 20 Jahre | Einfamilienhaus | Mehrfamilienhaus (8 WE) |
|---|---|---|
| Gasheizung (neu) | 92.650 € | 380.903 € |
| Luft-Wärmepumpe | 73.835 € | 290.185 € |
| Erdwärmepumpe | 67.937 € | 255.073 € |
Im Mehrfamilienhaus sind die Gesamtkosten der Erdwärmepumpe gegenüber der Gasheizung fast halbiert.
Schon nach 10 Jahren günstiger
Der Vorsprung entsteht nicht erst am Ende der Lebensdauer – bereits nach 10 Jahren liegt die Wärmepumpe vorn, im Mehrfamilienhaus sogar ab dem ersten Jahr:
| Gesamtkosten über 10 Jahre | Einfamilienhaus | Mehrfamilienhaus (8 WE) |
|---|---|---|
| Gasheizung (neu) | 40.033 € | 160.084 € |
| Luft-Wärmepumpe | 36.546 € | 143.115 € |
| Erdwärmepumpe | 33.549 € | 125.574 € |
Warum Gas immer teurer wird
Steigende Gaspreise, ein wachsender Anteil an teurem Biomethan und vor allem der steigende CO₂-Preis treiben die Kosten fossiler Heizungen. Die Analyse rechnet mit einem Gaspreis von 12,3 ct/kWh (2026), der bis 2033 auf 14,5 ct/kWh steigt. Strom im Wärmepumpentarif liegt bei 23,9 → 25,4 ct/kWh. Weil eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme erzeugt, sind ihre Betriebskosten trotz höheren Strompreises deutlich niedriger.
Und die höheren Anschaffungskosten?
Die Wärmepumpe kostet in der Anschaffung mehr – wird aber über die Bundesförderung (BEG) stark bezuschusst, im Beispiel rund 40–42 %. Zusammen mit den niedrigen Betriebskosten dreht sich die Rechnung schnell zugunsten der Wärmepumpe. Mehr dazu unter Förderung und Erdwärmebohrung Kosten.
Fazit
Über die gesamte Nutzungsdauer ist die Erdwärmeheizung klar die günstigste Option – im Mehrfamilienhaus bereits ab dem ersten Jahr. Wer langfristig plant und bohren kann, spart mit Erdwärme gegenüber Gas über die Jahre einen fünfstelligen Betrag.
Häufige Fragen
Ist Erdwärme wirklich günstiger als eine Gasheizung?
Ja. Laut der Prognos-Analyse 2026 kostet die Erdwärmeheizung über 20 Jahre im Einfamilienhaus rund 67.900 € gegenüber rund 92.700 € für eine neue Gasheizung – im Mehrfamilienhaus sind die Kosten gegenüber Gas nahezu halbiert.
Ab wann rechnet sich der Umstieg von Gas auf Erdwärme?
Im Mehrfamilienhaus ist die Wärmepumpe bereits ab dem ersten Jahr günstiger als Gas. Im Einfamilienhaus liegt sie schon nach wenigen Jahren vorn – getrieben von niedrigen Betriebskosten und steigenden Gas- und CO2-Preisen.
Warum ist Erdwärme günstiger als eine Luftwärmepumpe?
Wegen höherer Effizienz (JAZ 4,27 statt 3,46), geringerer Wartung und langer Lebensdauer. Über 20 Jahre ist die Erdwärmepumpe im Einfamilienhaus rund 8 %, im Mehrfamilienhaus rund 12 % günstiger als die Luftwärmepumpe.
Wird der Heizungstausch gefördert?
Ja, über die BEG sind bis zu 70 % Förderung möglich; im Studien-Beispiel rund 40–42 %. Für Erdwärme (Sole/Wasser) gibt es zusätzlich einen Effizienzbonus von 5 %.
Von Gas auf Erdwärme umsteigen?
Wir prüfen Ihren Standort kostenlos und erstellen ein individuelles Festpreisangebot inklusive Förderung.
Passend dazu: Lohnt sich eine Erdwärmepumpe? · Erdwärme vs. Luftwärmepumpe · Erdwärmebohrung Kosten · Förderung