Ratgeber · Glossar

Erdwärme-Glossar: Begriffe von A–Z

Von Erdwärmesonde über Jahresarbeitszahl bis Thermal Response Test – die wichtigsten Begriffe rund um Erdwärmebohrungen, Geothermie und Wärmepumpen, kurz und verständlich erklärt.

BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude)
Bundesweite Förderung für den Heizungstausch. Für Sole/Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme) gibt es zusätzlich zur Grundförderung einen Effizienzbonus von 5 %. Mehr: Förderung
Bohranzeige
Vor Beginn einer Erdwärmebohrung erforderliche Anzeige bei der zuständigen Bergbehörde – in NRW bei der Bezirksregierung Arnsberg (Abteilung Bergbau und Energie). Sie regelt die bergrechtliche Seite der Bohrung.
Bohrmeter
Maßeinheit für die Länge einer Bohrung. Bohrkosten und Förderung werden je Bohrmeter berechnet ; die progres.nrw-Förderung bezuschusst im Bestand 30 € je Bohrmeter.
Doppelkopfbohrverfahren
Bohrtechnik mit zwei gegenläufig arbeitenden Bohrköpfen. Das Bohrloch wird beim Bohren verrohrt, was auch in schwierigem, wechselndem Untergrund stabile und sichere Erdwärmebohrungen ermöglicht.
DVGW W120-2
Technische Regel und Zertifizierung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) für Fachunternehmen im Bereich Erdwärmesonden und Brunnenbau. Sie belegt die Qualifikation für normgerechtes, grundwasserschonendes Arbeiten.
Erdwärme / Geothermie
Die im Erdreich gespeicherte Wärmeenergie. Oberflächennahe Geothermie nutzt die ganzjährig konstanten Temperaturen der oberen Erdschichten zum Heizen und Kühlen von Gebäuden. Mehr: Geothermie erklärt
Erdwärmebohrung
Vertikale Bohrung (meist 50–150 m tief), in die eine Erdwärmesonde eingebaut wird, um dem Untergrund Wärme für eine Wärmepumpe zu entziehen. Mehr: Erdwärmebohrungen
Erdwärmesonde
Geschlossenes Rohrsystem (meist aus Polyethylen) im Bohrloch, durch das eine frostsichere Sole zirkuliert und die Erdwärme zur Wärmepumpe transportiert. Mehr: Die Erdwärmesonde erklärt
Jahresarbeitszahl (JAZ)
Verhältnis aus abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom über ein Jahr. Erdwärmepumpen erreichen ca. 4,0–5,0, Luftwärmepumpen meist 3,0–4,0. Je höher die JAZ, desto günstiger der Betrieb.
Kalte Nahwärme
Wärmenetz mit niedriger Temperatur, das mehrere Gebäude über ein gemeinsames Erdwärme-Sondenfeld versorgt. Jedes Gebäude hat eine eigene Wärmepumpe. Mehr: Wärmenetze
Oberflächennahe Geothermie
Nutzung der Erdwärme bis etwa 400 m Tiefe – die Basis für Erdwärmesonden und Wärmepumpen im Gebäudebereich (Abgrenzung zur tiefen Geothermie).
Passive Kühlung (natural cooling)
Nutzung der kühlen Erdwärmesonde zum Kühlen im Sommer – mit minimalem Stromeinsatz und ohne aktiven Kältekreislauf. Ein Vorteil der Erdwärme gegenüber der Luftwärmepumpe.
progres.nrw
Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen, das oberflächennahe Geothermie fördert – im Bestand mit 30 € pro Bohrmeter (ab 3 Wohneinheiten). Mehr: Förderung
Sole
Frostsichere Wärmeträgerflüssigkeit (Wasser-Glykol-Gemisch), die in der Erdwärmesonde zirkuliert und die Erdwärme aufnimmt. Namensgeber der „Sole/Wasser-Wärmepumpe“.
Sole/Wasser-Wärmepumpe
Wärmepumpe, die ihre Energie aus dem Erdreich über die Sole der Erdwärmesonde bezieht. Sie ist die effizienteste und wartungsärmste Wärmepumpenart. Vergleich: Erdwärme vs. Luftwärmepumpe
Sondenfeld
Zusammenschluss mehrerer Erdwärmesonden für größere Wärmebedarfe – etwa Mehrfamilienhäuser, Gewerbe, Quartiere oder Wärmenetze.
Thermal Response Test (TRT)
Messverfahren zur Bestimmung der tatsächlichen Wärmeleitfähigkeit des Untergrunds direkt im Bohrloch. Grundlage für die exakte, wirtschaftliche Auslegung größerer Sondenfelder. Teil unseres Komplettservice
VDI 4640
Technische Richtlinie für die thermische Nutzung des Untergrunds. Sie regelt unter anderem die fachgerechte Verfüllung und Dichtheitsprüfung von Erdwärmesonden zum Schutz des Grundwassers.
Verfüllung / Verpressung
Vollständiges Verpressen des Bohrlochs mit wärmeleitfähigem, abdichtendem Material nach VDI 4640. Schützt das Grundwasser und sichert den Wärmeübergang zur Sonde.
Wasserrechtliche Erlaubnis
Genehmigung der unteren Wasserbehörde (Kreis oder kreisfreie Stadt) für eine Erdwärmebohrung. Sie stellt den Schutz des Grundwassers sicher. Mehr: Genehmigung
Wärmeleitfähigkeit
Materialkennwert (in W/(m·K)), der angibt, wie gut der Untergrund Wärme leitet. Höhere Werte bedeuten mehr Ertrag pro Bohrmeter. Wird standortbezogen ermittelt (Geologischer Dienst NRW, TRT).
Wärmepumpe
Heizsystem, das Umweltwärme aus Erde, Luft oder Wasser mit etwas Strom auf nutzbare Heiztemperatur anhebt. Herzstück jeder Erdwärmeheizung.

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